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Was ist nachhaltige Mobilitätsbildung? Unser Ansatz für eine zukunftsfähige Mobilitätskultur
Als Vorreiter und Vordenker hat der VCD das Konzept der nachhaltigen Mobilitätsbildung maßgeblich entwickelt und geprägt. Seit mittlerweile 20 Jahren arbeiten wir intensiv nach diesem Ansatz. Unser übergeordnetes Leitmotiv ist dabei klar definiert: „Ein kindgerechter Verkehr – nicht verkehrsgerechte Kinder“.
Der Unterschied: Mobilitätsbildung vs. Verkehrserziehung
Die klassische Verkehrserziehung konzentriert sich primär auf das reine Vermitteln von Verkehrsregeln und Kompetenzen zur Unfallvermeidung. Kinder lernen hier vor allem, wie sie sich an ein oft auto-zentriertes System anpassen müssen.
Die nachhaltige Mobilitätsbildung des VCD setzt völlig andere Maßstäbe an:
Ein Leben lang: Lernen vom Kindergarten bis zum Beruf
Mobilitätsbildung ist kein einmaliges Projekt, sondern erfolgt im besten Fall ein Leben lang. Im Sinne dieses lebenslangen Lernens begleitet der VCD Menschen in allen Lebensphasen. Vom Kindergarten über die Schule bis hin zur beruflichen Aus- und Weiterbildung und darüberhinaus bieten wir gestufte Bildungsangebote und Mitmach-Aktionen an. Diese sind passgenau auf die Lerninhalte, Lernziele und Bedürfnisse der jeweiligen Alters- und Nutzergruppen zugeschnitten.
Partizipation: Mit der Zielgruppe für die Zielgruppe
Ein zentraler Pfeiler unserer Arbeit ist die Mitbestimmung. Der VCD fordert eine konsequente Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei allen Belangen, die sie selbst betreffen – insbesondere auch bei der Verkehrs- und Stadtplanung. Um echte Partizipation zu ermöglichen, setzen wir uns für folgende Kernforderungen ein:
BNE und SDG
Mobilitätsbildung vermittelt Menschen die Kompetenz, ihr eigenes Mobilitätsverhalten zu reflektieren und begründete Entscheidungen für nachhaltige Wege zu treffen. Der VCD orientiert sich dabei vor allem an zwei eng verbundenen Rahmen: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDG).
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein von der UNESCO getragenes Bildungskonzept. Es befähigt Menschen, die Folgen ihres Handelns für künftige Generationen und andere Weltregionen einzuschätzen und verantwortungsvoll zu handeln. Im UNESCO-Programm „BNE 2030" und im Nationalen Aktionsplan ist das Ziel verankert, BNE strukturell im gesamten Bildungssystem zu verankern. Mobilitätsbildung bietet dafür einen praxisnahen Zugang, durch den komplexe Zusammenhänge mit konkreten Alltagssituationen verknüpft werden können.
Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN-Agenda 2030. Mobilitätsbildung im Speziellen berührt insbesondere drei Nachhaltigkeitsziele:
Nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11): Euer Mobilitätverhalten hat einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie wir künftig unser Verkehrssystem entwickeln und gleichzeitig unsere Mobilität sichern. Eure Entscheidungen beeinflussen wie wir inklusive, lebenswerte und resiliente Städte, die den gerechten Zugang zur Daseinsvorsorge und sozialen Teilhabe sicheren, gestalten werden.
Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13): Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits heute lokal spürbar. Wir bekennen uns zum 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens und sind überzeugt, dass es zum Einhalten dieses Ziels Engagement auf allen Ebenen und Maßnahmen, die vor Ort umsetzbar sind, braucht. Nach dem Motto »think globally, act locally« bringen wir vor Ort gemeinsam mit lokalen Akteuren die Verkehrswende voran.
Während Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) das pädagogische „Wie" beschreibt, benennen die SDGs die konkreten Ziele, auf die diese Bildung einzahlt.